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July 09 2013

Yochai Benkler im Video-Interview über die Entwicklung von Internet, Gesellschaft und freien Gütern

Am 11. Juni war Yochai Benkler zu Gast beim WZB Berlin Colloquium und sprach über seine neueste Arbeit “Practical Anarchism: Peer Mutualism, Market Power,
and the Fallible State” (hier als pdf). Benkler ist Juraprofessor an der Harvard Law School und befasst sich unter anderem mit Fragen des Urheberrechts und freien Gütern. Sein Buch “The Wealth of the Network” veröffentlichte er unter Creative Commens Lizenz und ist hier als pdf zu beziehen. Im Anschluss an das Kolloquium hatte Katja Scheliga die Gelegenheit ein Interview mit Yochai Benkler zu führen, welches nun, in Form eines Videos, seinen Weg auf den Blog des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft gefunden hat.

Die Themen des Interview reichen dabei von Fragen zur aktuellen Entwicklung des Internets und den daraus resultierenden Folgen für die Gesellschaft bis zu der Frage inwieweit uns Open Data und Open Sciences eine neue gesellschaftliche Freiheit bescheren. Einige Zitate aus dem Interview:

„That increased sophistication of firms and the state and the combination of the two of them presents a significant and deep threat to the possibility to shared social life on the net.“

„We had essentially two platforms. One was the Personal Computer which was largely build on an open environment. […] On the other hand the phone was a very limited platform. What happened with the rise of the smartphone and the shift of computation to the handheld, is that the history of the handheld, the connection between the carrier, the non-open IP-stack, the business models that ties to the handheld device […] have mend that the move to the smartphone has created substantial risk that the range of freedom, the degrees of freedom and the platform will be substantial constraint“

„We’ve initially seen with ACTA then with SOPA/PIPA in the US with TTP in the Pacific […] a whole knew set of effort to clamp down on intellectual properties and constrain the commons in a way that really threatens open commons based productions.“

Hier nun aber auch das Interview in voller Länge:

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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June 27 2013

Dradio Wissen: Ist Adblock Plus ein Produkt der Werbeindustrie?

Gestern berichtete Nicolas über einen Artikel von Sascha Pallenberg, in dem dieser behauptet dass die beliebte Browser-Erweiterung Adblock Plus ein Produkt der Werbeindustrie sei und als Erpressungwerkzeug gegen Webseiten genutzt werde. Auch Michael Gessat nimmt sich dieses Themas in der heutigen Webschau von DRadio Wissen an: “Mafia-Verhalten im Werbenetzwerk”.

Werbung im Internet polarisiert: Die einen sind auf sie angewiesen, die anderen entziehen sich ihr mit Werbeblockern, zum Beispiel mit Adblock Plus. Diesem Instrument wirft der Blogger Sascha Pallenberg nun aber vor, ein mafiöses Werbenetzwerk zu sein: Adblock Plus scheint eng mit Werbetreibenden zusammen zu arbeiten.

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June 21 2013

POLITIXXX — Prism, Waffen & Frauenquote

“Du hast die Macht” ist eine Medieninitaitive der Robert Bosch Stiftung und der UFA Film & TV Produktion mit dem Ziel, junge Menschen für Politik zu begeistern. Dazu gehört auch eine wöchentliche Youtube-Sendung und in der aktuellen kommt auch der US-Überwachungsskandal Prism vor. Ich finde die meisten Gags zwar etwas nervig, bin aber auch definitiv zu alt für die angepeilte Zielgruppe.

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June 19 2013

“Das Internet ist für uns alle Neuland”

38892187Angela Merkel erklärte gerade auf der Pressekonferenz mit Barack Obama: “Das Internet ist für uns alle Neuland”. Wahrscheinlich hat sie unbeabsichtlich ein neues Meme geschaffen. Für uns ist das Netz nicht mehr Neuland, wir nehmen Sie, Angela Merkel, aber gerne an die Hand, wenn Sie unsicher sind.

Einen Wegweiser ins Neuland bietet übrigens die Broschüre “Wie das Internet funktioniert – Eine Anleitung für EntscheidungsträgerInnen und Interessierte”. Wir werden Angela Merkel mal eine Kopie ins Kanzleramt schicken.

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June 12 2013

Hackdays und mehr auf der Interactive Cologne

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Zwischen 17. und 23. Juni wird die Domstadt Köln zur Hochburg für Hacker, Gründer und kreative Köpfe aus aller Welt, denn kommende Woche startet das Hack, Tech und Biz Festival Interactive Cologne!

Auf der Interactive Cologne kommt die Hacker-, StartUp-, Business- und Kreativszene zusammen um sich auszutauschen, neue Projekte zu starten und gemeinsam aktuelle Themen zu diskutieren. Die ganze Woche ist voller spannender Veranstaltungen, ein Blick ins Programm lohnt sich. Ganz besonders möchte ich euch das Format Hack’n'Tech empfehlen. Dort gibt es neben Tech talks & Lightning talks auch die Möglichkeit selbst aktiv zu werden und zu hacken! Thematisch ist für alle Geeks etwas dabei: Vom Nodecopter Hack Track und den Music Hack Days, über Hardware Hack Tracks bis zum Mobile Hack Track.

Im Open Data Hack wird es um offene Daten des öffentlichen Nahverkehrs gehen: Das Format heisst “Apps & the City” und hat in Berlin bereits zur Öffnung der Daten der Berliner Verkehrsbetriebe sowie zu einer Reihe nützlicher Apps geführt. Nun läd die Open Knowledge Foundation Deutschland gemeinsam mit den Veranstaltern der Interaktive Cologne alle Hacker, Softwareentwickler und andere Kreative ein, neue Anwendungen für den öffentlichen Nahverkehr in Köln zu entwickeln.

Apps & the City Cologne findet am 18. und 19. Juni im Rahmen der Interactive Cologne statt. Wer Lust hat mitzumachen, sollte sich jetzt eine Ticket sichern. Diese gibt es bereits für €25. Wir haben noch ein paar Coupon Codes. Schick uns einfach einen Mail an info [aet] okfn.de und ihr bekommt das Ticket zum halben Preis erhaltet – solange der Vorrat reicht!

Hier ist der Flyer zur Interactive Cologne. Der Hashtag ist: #INTERACTIVEcgn2013

Disclaimer: Der Autor ist Vorsitzender der Open Knowledge Foundation Deutschland.

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May 26 2013

Jung & Naiv – Folge 54: Leitungen & Speicher für die Energiewende

Nachdem mich Manuel Berkel in Folge 50 bereits ins scheinbar riesengroße Thema Energiewende eingeführt hat, geht’s im zweiten Teil nun ans Eingemachte: Die neuerliche Stromgewinnung ist das eine, der Transport und die Speicherung das andere. Wie soll die sauber produzierte Energie vom windreichen Norden in den stillen Süden kommen? Warum bauen wir nicht für jedes stillgelegte Atomkraftwerk 200 Windräder an den Orten in Bayern, wo eh keiner wohnt? Und wie und wo bleibt der ganze, grüne, tolle Strom, den wir produzieren? Wie lässt sich Energie überhaupt speichern? Energie-Spezi Manuel kennt Antworten.

Feedback? Sharing? Abonnieren? Yes, please! @TiloJung

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May 22 2013

DDoS-Service arbeitet womöglich mit dem FBI zusammen

Distributed Denial of Servicc (DDoS) Attacken sind heutzutage ein beliebtes, da vergleichsweise einfaches Mittel, um Server zumindest kurzfristig vom Netz zu nehmen (wir berichteten). Dabei werden in der Regel die zu blockierenden Server mit einer enormen Anzahl an Anfragen bombardiert, bis dieser unter der Last zusammenbrechen. Rein rechtlich sind solche DDoS-Attacken verboten – in Deutschland wie in den USA – und doch gibt es eine immer größere Anzahl an Dienstleistern, welche DDoS-Angriffe unter dem Deckmantel des Stress-Tests für die eigene Webseite, anbieten. Und das mit dem Einverständnis des FBI, wie der amerikanische Sicherheits-Blogger Brian Krebs herausgefunden hat.

Alles begann mit dem Leak der Datenbank des DDoS-Anbieters Ragebooter. Über diese Datenbank ist Krebs auf den Urheber des Services gestoßen, einen Mann namens Justin Poland, und hat über Facebook Kontakt mit ihm aufgenommen. Krebs ging es in erster Linie darum, mehr über Poland und seiner Motive zu erfahren. Doch das Gespräch im Facebook Chat nahm eine interessante Wendung, als Krebs Poland fragt ob das FBI oder eine andere Strafverfolgungsbehörde jemals Daten seiner Kunden angefordert hätten.

That was when Poland dropped the bomb, informing me that he was actually working for the FBI.

“I also work for the FBI on Tuesdays at 1pm in memphis, tn,” Poland wrote. “They allow me to continue this business and have full access. The FBI also use the site so that they can moniter [sic] the activitys [sic] of online users.. They even added a nice IP logger that logs the users IP when they login.”


Tage später meldete Krebs sich erneut bei Poland, da er weitere Informationen über seine Verbindungen zum FBI erfahren wollte. Dieser schickte ihm daraufhin Kontaktdaten eines “Agent Lies” welcher angeblich für das FBI arbeitete.

The man who answered at the phone number supplied by Poland declined to verify his name, seemed peeved that I’d called, and demanded to know who gave me his phone number. When I told him that I was referred to him by Mr. Poland, the person on the other end of the line informed me that he was not authorized to to speak with the press directly. He rattled off the name and number of the press officer in the FBI’s Memphis field office, and hung up.

Just minutes after I spoke with “Agent Lies,” Justin dropped me a line to say that he could not be my ‘friend’ any longer. “I have been asked to block you. Have a nice day,” Poland wrote in a Facebook chat, without elaborating. His personal Facebook page disappeared moments later.

Das FBI wollte eine Verbindung mit Justin Poland weder bestätigen noch abstreiten. Ob es sich also nur um Prahlereien handelt wird nicht abschließend zu bestätigen sein. Doch die Sicherheitsberaterin Allison Nixon hat eine mutmaßliche Hintertür gefunden, über die das FBI zumindest in der Theorie Zugriff auf die Nutzerdaten des DDoS-Services hätte.

Oh, and that backdoor Poland claims he added for the FBI? Nixon may have found at least one of them:

“The booter has some information leakage problems too,” Nixon said. ”The victims can see the ragebooter.net username of the logged in attacker because that info is, bizzarely, sent within attack traffic.”

Nach den Nachrichten der letzten Wochen, würde eine Zusammenarbeit des FBI mit unterschiedlichen DDoS-Anbietern aber sicherlich nicht großartig verwundern.

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Zwischenstand unserer Leserfinanzierungskampagne nach einem Monat Laufzeit

Vor fünf Wochen haben wir eine kleine Kampagne gestartet, um als weitere Refinanzierungssäule unserer Arbeit die Leserfinanzierung aufzubauen. In Zeiten, wo Werbung oftmals als die Hauptfinanzierungsquelle von Online-Journalismus gilt, wollten wir darauf verzichten, eine Adblocker-Ausschalt-Kampagne zu starten. Dazu fallen viele Möglichkeiten zur Refinanzierung für uns einfach weg, weil uns unsere Unabhängigkeit wichtiger ist.

NP_popcorn_aniEine erste Zusammenfassung hatte ich nach einer Woche Leserfinanzierungskampagne verbloggt. Auf der re:publica hab ich vor zwei Wochen weitere Zahlen genannt (Video) und jetzt komme ich endlich mal mit etwas Abstand auf einen größeren Rückblick.

Bisher kommen wir auf einen Gesamtspendenstand mit Flattr, Überweisung, Daueraufträgen, PayPal und Bargeld auf 25.007,52 EUR (Nach einer Woche waren es 11.776,51 EUR). Plus etwas mehr als sechs Bitcoins, deren Wert stündlich schwankt. Dafür möchten wir uns herzlich bei allen mindestens 1075 Spenderinnen und Spendern bedanken! Mindestens 1075 Spender deshalb, weil wir keine Zahl haben, wieviele Einzelspenden über Flattr kamen.

Keine Überraschung: Zum Start wurde mehr gespendet als jetzt nach einigen Wochen:
Spendenstand_2205_Kurven

Grob geschätzt unterstützen 3-5% unserer Leserinnen und Leser bereits unsere Arbeit durch eine Spende und/oder ein freiwilliges Abo. Das freut uns und motiviert. Allerdings haben wir damit auch erst die Hälfte unseres Zieles erreicht, die kalkulierten viertausend Euro Minus im Monat damit wieder rein zu holen, um weiter in den Ausbau investieren zu können. Anders gesagt: Mit der bisherigen Spenden sind wir zumindest die nächsten sechs Monate sicher ausfinanziert.

Die 25.007,52 EUR setzen sich aus 17290,48 EUR via Überweisungen, 6206,21 EUR via Paypal, 165,07 EUR via Spendendose auf der re:publica und 1345,76 EUR via Flattr zusammen. Es gab 704 Banküberweisungen und 356 PayPal Spenden. Die durchschnittliche Spende beträgt im Moment 22,16 EUR (Flattr nicht einberechnet).

Die höchste gespendete Summe per Banküberweisung liegt bei 500,00 EUR, die höchste gespendete Summe per PayPal bei 100,00 EUR. Kuriosester Dauerauftrag scheinen 20 Cent im Monat zu sein. (Diesen bitten wir auf jährlich umzustellen, weil wir den Fehler gemacht haben, keine 15 Cent Transaktionsgebühr für Daueraufträge einzukalkulieren. So kommen nur 5 Cent an und die Bank freut sich mehr als wir darüber.)

Spannend ist die Frage, wieviele Daueraufträge wir erhalten. Diese sind für eine nachhaltige FInanzierung unserer Arbeit wichtiger als eine einmalige Spende. Das können wir erst mit der Zeit genauer feststellen, da diese zu unterschiedlichen Zeiten angelegt wurden und dann auch unterschiedlich regelmäßig laufen. Viele sind wohl auf monatlich geschaltet worden, manche auf vierteljährlich oder jährlich.

Wir bedanken uns nochmal herzlich bei allen, die uns unterstützen und gehen motiviert daran, unser Angebot weiter ausbauen zu und noch mehr Themen abdecken zu können.

Hier ist unser Spendenaufruf und hier ist unsere Wunschliste, was wir mit mehr Geld und Zeit alles gerne machen würden. Mit Euch und für Euch.

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May 18 2013

Hedonistischer Weltkongress: 30.05 – 03.06.13

weltkongress12Die Aktionen der Hedonistischen Internationale sind längst legendär. Über nackte WohnungsbesichtigungenAuftritte bei FDP-Wahlkampfparties oder die Pro-Gutenberg-Demo am Brandenburger Tor wurde nicht nur hier, sondern auch beim 28c3 ausführlich berichtet. Bei Demos gegen Atomkraft oder für Freiheit statt Angst sind die Hedonisten gern gesehene Gäste, die für ausgelassene Parties sorgen.

Aktivisten aus über 10 Ländern

Ende Mai veranstaltet die Hedonistische Internationale schon zum 4. Mal ihren Weltkongress, der wie jedes Jahr auch einige netzpolitische Aktivisten als Vortragende bietet: Rop Gonggrijp, bekannt für seine Auftritte beim CCC Congress ist nur die Spitze des Vanille-Eisbergs, der unter anderem von Social Impact, ubermorgen.com und OONI flankiert wird. Insgesamt bietet das über 100 Stunden umfassende das Programm Referenten aus 14 Ländern, sowie viele Bands und DJs aus Georgien, der Ukraine und anderen exotischen Ländern, wie zum Beispiel Holland.

Vorverkauf schließt in 4 Tagen

Der Kongress findet zwischen Berlin, Greifswald und Hamburg statt – an einem schönen Ort, der zum Baden, Tanzen und Zelten einlädt. Der genaue Ort wird den Besuchern kurz vor Beginn bekannt gegeben. Da für günstige Busse gesorgt ist, braucht man sich über die Anreise keine Gedanken zu machen.

Tickets wird es in diesem Jahr allerdings ausschließlich im Vorverkauf geben. Achtung! Wer online bestellen will, kann dies nur noch bis zum 22. Mai (dieser Mittwoch!) tun. Und zwar hier.

Protest – Party – Action

Da Hedonisten sich nicht nur in allen Feldern der Politik, also weit über die Netzpolitik hinaus, sondern auch in allen Facetten des Genusses und der Kreativität engagieren, bietet der Kongress auch allerlei Workshops:

…sind nur einige der Fragen, auf die Hedonisten eine Antwort wissen. Der Kongress soll dabei keine Frontal- sondern eine Mitmachveranstaltung sein, in der alle von allen lernen und sich austauschen.

Vorverkauf schließt wirklich in 4 Tagen

Tickets gibt es ausschließlich im Vorverkauf (online und in Berlin). Für die zeitsouveräne Anreise empfehlen sich die günstigen Sonderbusse.

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May 17 2013

Molly Sauter veröffentlicht Masterarbeit zu DDoS-Aktionen

Molly Sauter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am MIT Center for Civic Media und hielt auf dem 29c3 den Vortrag: “The Ethics of Activists DDoS Actions”, in dem sie Argumente für eine Legalisierung von DDoS-Angriffen vorstellte. Nun hat sie ihre Masterarbeit veröffentlicht und befasst sich auch dort mit dem Thema DDoS: “Distributed Denial of Service Actions and the Challenge of Civil Disobedience on the Internet” (PDF). Sauter thematisiert die Geschichte und Entwicklung von DDoS Aktionen und ihre Anwendung als Werkzeug des politischen Aktivismus seit Anfang der 90er Jahre. Ihre Forschungsfrage ist, wie ziviler Ungehorsam und Aktivismus im derzeitigen Internet praktiziert werden (können).

Online, people sign petitions, investigate stories and rumors, amplify links and videos, donate money, and show their support for causes in a variety of ways. But as familiar and widely accepted activist tools—petitions, fundraisers, mass letter-writing, call-in campaigns and others—find equivalent practices in the online space, is there also room for the tactics of disruption and civil disobedience that are equally familiar from the realm of street marches, occupations, and sit-ins?

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Jung & Naiv – Cyberkrieg, Energiewende und das Bundeskabinett – Politik für Desinteressierte

Weiter geht’s mit der etwas anderen Art der politischen Kommunikation. Drei neue Folgen gibt’s auf einen Streich.

Folge 48: Mit Militär- und Sicherheitsjournalist Thomas Wiegold habe ich über das ominöse Thema “Cyberkrieg” gesprochen. Muss ich davor Angst haben? Wer kämpft da gegen wen? Wie sieht ein Angriff aus? Und wie eine Reaktion? Und was kann alles als cyberkriegerische Handlung bezeichnet werden?



Folge 49: Der Bundestagswahlkampf ist im vollen Gange. Weshalb ich mit Deutschlandfunk-Hauptstadtkorrespondent Falk Steiner mal versucht habe, Bilanz zu ziehen: Wie hat sich eigentlich unsere Bundesregierung die letzten 3,5 Jahre angestellt? Hat das Gruselkabinett einen großartigen Job gemacht… oder den großartigsten? Falk und ich bewerteten die Minister in den Kategorien: ordentliche Arbeit, Wie? Der war Minister? und Totalkatastrophe.

Kleine Jubiläumsfolge 50: Zum ersten Mal geht es bei “Jung & Naiv” um die Umwelt und die deutsche “Energiewende”. Mit Energieexperte Manuel Berkel habe ich bei unserem ersten Treffen gefragt: Was soll eine Energiewende sein? Warum schalten wir unsere schönen Atomkraftwerke denn ab? Was haben die uns getan? Wie viele Windräder ersetzen eigentlich ein Atomkraftwerk? Und wie weit sind wir bereits in den letzten 2 Jahren gekommen?

Alle Folgen gibt es weiterhin im Youtube-Channel auf www.jungundnaiv.de

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May 16 2013

Dokumentarfilm “Die wilden Wurzeln des World Wide Web” in der arte-Mediathek

Am vergangen Dienstag lief um 22:05 Uhr auf arte die sehenswerte Dokumentation “Die wilden Wurzeln des World Wide Web”. Der Film bietet einen interessanten Überblick über die Anfänge des Internets, ohne dabei aktuellen Entwicklungen außen vor zu lassen. So kommen genauso Richard Stallman, der Gründer des GNU-Projekts, wie auch Julian Assange oder Rick Falkvinge, der Gründer der schwedischen Piratenpartei, zu Wort. Bis Dienstag ist die Dokumentation noch in der arte-Mediathek abrufbar. Ansonsten läuft der Film am Freitag, den 31. Mai, um 02:40 Uhr auch nochmal auf arte.

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May 12 2013

#rp13: Katzen, Meme, Cyperpunk und Trolle

Da heute das Wetter nicht das beste ist, um draußen zu entspannen und das Fernsehprogramm passend dazu eine höhere Katastrophe ist, bieten wir hier drei kurzweilige Vorträge der vergangenen re:publica´13 zur allgemeinen Entspannung. Fast komplett Politikfrei!

Einer der ganz wenigen Vorträge auf der re:publica´13, den ich selbst weitgehend sehen konnte, war Kate Miltner über “Cat Memes”. Spannend und charmant erzählt:

Über Hacker & Nerd-Kultur in Büchern und Filmen hat Keren Elazari berichtet: Take a ride on the Cyberpunk Express train.

A fast talk through the past, present and future of CyberPunk, science fiction and popular culture and learn how Cyberpunk fiction inspired the reality of hacker culture today, why hackers are heroes, too, and how more women can be inspired to follow in the footsteps of infamous hacker ladies of fiction.

Michael Kreil und Linus Neumann haben über Erkenntnisse der empirischen Trollforschung am Beispiel von re:fefe erzählt: Die Trolldrossel.

Es gibt Trolle und Idioten. Die solide Dartenbasis von re:Fefe erlaubt eine trennscharfe Klassifikation.

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Audiomitschnitte der re:publica 2013

Bereits während der re:publica´13 sind die meisten Videomitschnitte zu Youtube hochgeladen worden und mittlerweile finden sich im Kanal 142 Vortrags- und Diskussionsmitschnitte. Peter Piksa hat übers Wochenende die Fleißarbeit erledigt und alle Tonspuren befreit, so dass die 142 Mitschnitte nun als Audiospur in einem 3,4 GB großen Torrent (Magnet) zum Download warten. Danke dafür.

Wer macht daraus jetzt noch einen Podcast?

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May 07 2013

#rp13: Unser Blog soll schöner werden

Auf der re:publica´13 hab ich heute über netzpolitik.org, unsere Arbeit, unsere Motivation und wie man das Blog ausbauen und refinanzieren kann, gesprochen. Das einstündige Video ist bereits online, u.a. mit den neuesten Zahlen und Daten zu unserer Leserfinanzierungskampagne (die ich gerade aus Zeitgründen nicht gebloggt bekomme):

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Andrew Rasiej auf der rp13 über “Die Internet-Öffentlichkeit”

In einem beherzten und teils sehr emotionalen Vortrag ermahnte Andrew Rasiej heute auf der re:publica zu einem verstärkten Engagement für den Kampf um ein offenes Internet.

Rasiej skizzierte das Internet einerseits als treibende Kraft hinter Protesten rund um die Welt, seien es die Proteste gegen das Mubarak Regime in Ägypten oder die Proteste gegen SOPA in den USA sowie ACTA in Europa. Andererseits sei das Internet aber nicht nur ein Werkzeug im Kampf gegen Missstände, sondern auch ein Werkzeug um sich für etwas einzusetzen. Rasiej nannte hierfür ein von Bürgern betriebenes Erdbebenfrühwarnsystem in Haiti, Internetkampagnen in Afrika mit dem Ziel die breite Bevölkerung über Krankheiten wie AIDS, Malaria oder Tuberkulose aufzuklären, aber auch einfache Anwendungen wie ParkPal oder FixMyStreet.

Entscheidend für Rasiej ist es jedoch, dass sich durch all jene Anwendungen eine “Internet Public” gebildet hat. Eine Öffentlichkeit welche sich durch das Internet gebildet hat, aber nicht ausschließlich daran gebunden ist. Rasiej nannte hier wieder das Beispiel der Proteste in Ägypten. Nachdem Mubarak Vodafone anordnete das Internet in Ägypten abzuschalten, verstummten die Proteste keineswegs. Im Gegenteil, die Menschen setzten ihren Protest auf der Straße fort, wo er noch größer wurde.

Rasiej betont, dass das Internet ein unglaublich wichtiges und auch faszinierendes Werkzeug der heutigen Gesellschaft ist. Doch sieht er darin auch ein grundlegendes Problem: die Nutzer würden das Internet, beziehungsweise seine Angebote, größtenteils vollkommen sorglos nutzen. Auf die Frage wer denn die AGBs von Facebook gelesen hätte, meldeten sich so auf der Mainstage keine 5 Zuhörer. Diese Einstellung wurde von Rasiej anschließend scharf kritisiert, führe sie doch dazu, dass wir die Kontrolle an verschiedenste Unternehmen abgeben. Ähnliche Entwicklungen sieht er auch bei Protesten gegen ACTA, SOPA und Co. So sei es zwar gut und wichtig, dass so viele Menschen gegen jene Gesetzesentwürfe auf die Straße gingen. Doch hätten nur die wenigstens dieser Protestler die Gesetzesentwürfe auch gelesen. Bei ACTA und SOPA sei dies zwar nochmal gut gegangen, da die Regierungen unvorbereitet gewesen seien. Doch die Regierungen hätten daraus gelernt und würden solche Schwächen oder Fehler bei Folgeprojekten wie CISPA ausnutzen.

Was Rasiej dementsprechend fordert, scheint das inoffizielle Motto der diesjährigen re:publica zu sein: Engagiert euch! Und nicht oberflächlich, sondern ernsthaft. Fragt nach bei Regierungen und Unternehmen und klickt nicht einfach auf jeden “Accept”-Button, ohne zu wissen was genau akzeptiert wird. In dem Sinne: “You can turn off the public internet but you can’t turn off the internet public!”

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May 06 2013

Act of Terror – Ein Film über das Filmen von Polizisten. Und was dann passiert.

Gemma Atkinson hat in der Londoner U-Bahn gefilmt, als ihr Freund angehalten und durchsucht wurde. Das reicht schon, um gegen das britische Terrorismus-Gesetz zu verstoßen. Dachte jedenfalls die beteiligte Polizei.

Tatsächlich steht im Gesetz, dass es in Großbritannien verboten ist, PolizistInnen zu fotografieren oder zu filmen – wenn die Aufnahmen terroristisch nutzbar sind. Ich vermute, dass das eine ziemlich dehnbare Definition ist.

Sie hat sich vor Gericht dagegen gewehrt, dass sie in Gewahrsam genommen und mit Handschellen gefesselt wurde. Und hat gewonnen. Das Geld aus dem Verfahren hat sie in diesen kurzen Film gesteckt:

Nebenbei wird auch sehr anschaulich gezeigt, warum nur wenige Leute die Nerven haben, juristisch gegen die Polizei vorzugehen. Das ist hier nicht anders.

(via The Guardian)

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April 30 2013

Jung & Naiv – Folge 46: Bitcoin – Politik für Desinteressierte

In der neuesten Folge begeben wir uns wieder in die frostige Welt der Finanzen. Nachdem uns mein Experte für Finanzen und sozialer Kälte, Alex Theiler, zuletzt über Eurobonds (Folge 34) aufgeklärt hat, ist diesmal diese neue Währung namens Bitcoin dran.

Was ist dieses “Gold für Nerds”? Ist Bitcoin als digitale Währung ernstzunehmen? Was kann ich damit kaufen? Wo kommt ein Bitcoin überhaupt her? Und was ist der Unterschied zu unseren gewohnten Währungen wie Euro und Dollar? Alex hat sich vorgenommen, dies einmal mehr in knapp 10 Minuten zu erklären.

Wir haben uns dazu in den Berliner Graefekiez begeben, wo es in Berlin wohl die bisher meisten Lokale und Geschäfte gibt, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren.

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Studie: Politisches Engagement in Social Media

Aaron Smith, Wissenschaftler im Internet & American Life Project am Pew-Forschungszentrum in Washington D.C., veröffentlichte am 25. April eine Studie zum “Civic Engagement in the Digital Age” (PDF). In 2.253 Telefoninterviews versuchte Smith herauszustellen, wie sich die politische Online-Aktivität von US-Amerikanern im Wahlkampf 2012 im Vergleich zum Wahlkampf 2008 verändert hat. Sein Ergebnis: Seiten sozialer Netzwerke haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen als Ort für politisches Engagement, Lernen und Debatten.

39% der Amerikaner (ab 18 Jahren) waren demnach im Wahlkampf 2012 irgendwie politisch aktiv in Social Media, 2008 hingegen haben nur 33% der Bevölkerung Social Media überhaupt genutzt. Als “irgendwie politisch aktiv” gilt dabei u.a. das Posten politischer Nachrichten, das Folgen von Politikerinnen und Politikern und der Eintritt in Gruppen, die sich mit politischen oder gesellschaftlichen Themen befassen. Dabei seien für die meisten Nutzer Social Media Kanäle kein seperater Teil ihrer politischen Aktivität, sondern fungierten als Ergänzung. Die überwiegende Auseinandersetzung mit politischen Themen finde dennoch offline statt.

Vier Kategorien politischen Engagements wurden untersucht:

  1. Direkte Partizipation in einer politischen Gruppe oder Aktivität
  2. Kontaktversuch zu einem Regierungsmitglied oder politische Äußerung in einem öffentlichen Forum (offline)
  3. Kontaktversuch zu einem Regierungsmitglied oder politische Äußerung in einem öffentlichen Forum (online)
  4. Irgendeine Art des politischen Engagements im Rahmen von Social Media Kanälen

48% aller erwachsenen US-Amerikaner nehmen nach Smith direkt an einer politischen Gruppe oder Aktivität teil, in einem Zeitraum von 12 Monaten vor der Umfrage im August 2012. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit anderen Bürgern um ein Problem in ihrer Gemeinde zu lösen, die Teilnahme an politischen Treffen, die Mitgliedschaft in einer Interessengruppe, der Besuch einer Kundgebung, das Engagement in einer Partei und die Teilnahme an einer Protestaktion.

39% aller erwachsenen US-Amerikaner haben offline versucht, ein Regierungsmitglied zu kontaktieren oder äußerten sich offline politisch in einem öffentlichen Forum. 34% haben dies online getan. 22% der Amerikaner haben im untersuchten Zeitraum eine Petition unterschrieben, 17% eine Online-Petition. 21% versuchten, ein Regierungsmitglied zu kontaktieren, persönlich, per Telefon oder per Brief. 18% versuchten dies per Email.

Zuletzt haben 39% aller erwachsenen US-Amerikaner sich auf Seiten sozialer Netzwerke politisch engagiert.

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Weitere Ergebnisse:

  • Auch wenn die Auswirkung des Einkommens auf politische Partizipation im Rahmen von Social Media Kanälen eine kleinere Rolle spielt als offline, ist sie dennoch auch hier bedeutend und nicht etwa völlig gleichgültig.

    More broadly, those at the lower end of the socio-economic spectrum are generally less involved with the day-to-day outreach, chatter, and discussion around political issues — regardless of whether those discussions take place in physical or digital spaces.

  • Junge Erwachsene engagieren sich ebenso politisch wie ältere, und sind zudem häufiger auf Social Media Kanälen politisch aktiv.
  • Seit 2008 hat sich das politische Engagement auf den Seiten sozialer Netzwerke enorm gesteigert und es führt auch zu weiteren politischen Aktivitäten.
  • Diejenigen, die von der Wirtschaftskrise betroffen sind, befassen sich häufiger aktiv mit politischen und sozialen Themen auf einer ganzen Reihe von Plattformen.

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April 29 2013

Sascha Lobo: Denn es ist ein Dauerauftrag, für das freie, offene, sichere Internet zu kämpfen.

Dies ist ein Gastbeitrag von Sascha Lobo im Rahmen unserer Leserfinanzierungs-Kampagne.

5634703459_016abcb89c_zMein Name ist Sascha Lobo, hauptberuflich bin ich Autor, Vortragsredner und gründe eine Ebook-Plattform. Nebenberuflich bin ich kein Internet-Aktivist.

Mit dem Begriff Internet-Aktivismus wird in der Öffentlichkeit sehr leichtfertig umgegangen. Nach Durchsicht eines Dutzends Artikel über Netzpolitik gewinnt man den Eindruck, es gäbe zehntausende Netzaktivisten in Deutschland. Und man könnte sogar versucht sein zu glauben, ich sei einer von ihnen. Beides entspricht nicht der Wahrheit.

Der Grund für dieses Missverständnis hängt direkt mit der Veränderung der Gesellschaft durch das Internet zusammen. Das Netz besteht dem ersten Anschein nach aus purer Kommunikation: sind ja bloß Pixel, alles. Deshalb sieht es von außen so aus, als wäre jeder, der sich kommunikativ beteiligt, ein tatsächlich Beteiligter. Und damit auch Internet-Aktivist. Aber ein Retweet fährt nicht zum Bundestag, um Gespräche mit Abgeordneten zu führen. Ein hingeworfener Kommentar ist keine politische Aktion.

Die Netzgemeinde, also netzpolitisch substantiell interessierte Personen, schätze ich auf 50.000 bis 100.000 Leute in Deutschland. Die weitaus meisten davon bloggen, twittern oder mumblen über Netz, Gesellschaft, Politik. Das ist famos, das ist superspitzenmäßig, das ist zweifellos notwendig. Vor allem aber ist es nicht Netzaktivismus, sondern Netzdiskussion und Selbstvergewisserung mit geringer Außenwirkung.

Auch die Aktionen mit etwas höherer Außenwirkung können auf ihre Art sinnvoll sein. Ich halte nichts davon, den Begriff “Clicktivismus” abwertend zu verwenden, diese Form der Beteiligung ist medienrelevant und kann Leute erreichen, die sonst wenig Kontakt mit der politischen Realität haben. Aber es ist eben kein Aktivismus. Ich selbst schreibe einigermaßen regelmäßig in aufrüttelndem bis belehrendem Ton über netzpolitische Themen, und auch dabei handelt es sich nicht um Internet-Aktivismus. Sondern um Artikel über Internet-Aktivismus.

Irgendjemand muss zu völlig unterstreamten Veranstaltungen fahren, Hintergrundgespräche führen, strategisch sinnvoll öffentlichen Druck aufbauen, Anlaufstelle sein für relevante Leaks, Anfragen stellen, Daten auswerten und aufbereiten, Aktionen organisieren und koordinieren und auf Podien und in Gremien genau die Dinge sagen, für die man nicht bezahlt wird. Und irgendjemand muss über die Öffentlichkeit darüber informieren, sie im richtigen Moment mobilisieren sowie alles auch noch fortlaufend dokumentieren. Einmal im Vierteljahr ist das ein großer Spaß, tut man das jeden Tag, muss man es Arbeit nennen. Netzaktivismus ist Arbeit.

Dieser Netzaktivismus, der dringend benötigt wird, ist nichts anderes als eine Lobby. Leider ist das Leitmotiv dieser Lobby kein Geschäftsmodell, dann gäbe es keine Probleme damit, diese Arbeit zu bezahlen. Das Ziel des Netzaktivismus ist ein gesellschaftliches Ideal, die Uridee eines freien, offenen, sicheren Internets für alle. Ideale haben sich am Markt jedoch als umsatzschwach erwiesen. Ideale zahlen keine Miete. Im Gegenteil muss man sich Ideale leisten: leisten können und leisten wollen.

An diesem Punkt kommt dreierlei zusammen:

  • der ständige Kampf für das Internet
  • das Blog Netzpolitik, das unabhängigste Zentralorgan dieses Kampfes
  • Eure Geldbörsen

Jede Person, die ernsthaft an einem freien, offenen, sicheren Netz interessiert ist, ist aufgerufen, sich zu beteiligten. Und dieser Beitrag ist kein Retweet, sondern die direkte Finanzierung derjenigen, die überhaupt erst retweetbare Aktivitäten unternehmen. Eine Finanzierung, die nicht bloß per Einmalbetrag das eigene Gewissen spontan beruhigt, sondern die hilft, dass Netzpolitik.org weiterexistiert. Das Zauberwort – mit dem Eure Elterngeneration Greenpeace hat groß werden lassen – heisst Dauerauftrag.

Richtet einen beliebig hohen, aber monatlichen Dauerauftrag für netzpolitik.org ein.

Denn es ist ein Dauerauftrag, für das freie, offene, sichere Internet zu kämpfen.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung, auch um weiterhin einen Full-RSS-Feed anbieten zu können. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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