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February 24 2014

February 19 2014

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February 12 2014

February 10 2014

Video: Die Wissenschaft des Wintersports [Astrodicticum Simplex]

Zu den politischen Aspekten der gerade stattfindenden olympischen Winterspiele in Russland habe ich ja schon letzte Woche alles gesagt. Weniger kontrovers ist es, sich ein wenig mit der Wissenschaft zu beschäftigen, auf die man bei den diversen Sportarten trifft. Zum Beispiel beim Skispringen.

Skispringen ist ja eine ziemlich seltsame Sportart. Also jetzt nicht das Skispringen an sich – das ist nicht seltsamer als all die anderen Sportarten die so ausgeübt werden. Wenn Leute auf Skiern über einen großen Hügel springen wollen, dann ist das natürlich völlig ok. Aber es scheint irgendwie die einzige populäre Sportart zu sein; die einzige Sportart, die regelmäßig vor großem Publikum und mit jeder Menge Medieninteresse und Live-Übertragungen im Fernsehen ausgeübt wird, die nur von den Sportlern selbst betrieben wird. Fußball zum Beispiel wird nicht nur von professionellen Fußballern gespielt sondern auch von Unmengen Amateuren bzw. einfach nur so als Hobby. Gleiches gilt für Tennis, Skifahren, Handball und all die anderen populären Sportarten. Aber kein Normalsterblicher kommt jemals auf die Idee, mal eben so im Winterurlaub von einer riesigen Schanze aus 100 Meter weit zu springen. Insofern ist es recht faszinierend, dass diese Sportart dann doch von so vielen Menschen so interessant gefunden wird.

Auf jeden Fall interessant ist aber die Wissenschaft, die dahinter steckt. Ein paar Leute bei YouTube haben sich zusammen getan und jede Menge Videos über die Wissenschaft des Wintersports produziert: “The Science of the Olympics”. Ich habe aus dieser sehenswerte Liste mal zwei Videos über das Skispringen rausgesucht:

Und dieses tolle Video hier solltet ihr euch auch unbedingt ansehen (ich weiß leider nicht, wie man das einbinden kann).

Als Jugendlicher fand ich das Skispringen ja auch noch irgendwie beeindruckend. Aber das ist schon lange her (das war noch die Zeit, als Andreas Goldberger das erste Mal 200 Meter gesprungen ist) und mittlerweile habe ich ein wenig den Anschluss verloren. Aber wenn Funaki nicht mehr dabei ist, lohnt sich das ganze sowieso nicht mehr! (Aber besser als Snowboarden ist es immer noch ;) )

February 09 2014

Sonnenaktivität, Meer und Klima: Die dynamische Erde [Astrodicticum Simplex]

Vor kurzem hat die amerikanische National Science Foundation die Gewinner der International Science & Engineering Visualization Challenge bekannt gegeben. Dabei wurden Fotos, Illustrationen, Poster, Spiele und Videos gesucht, die Wissenschaft besonders gut visualisieren. Die Preisträger könnt ihr euch hier ansehen. Mir hat der Gewinner der Video-Kategorie am besten gefallen. Die NASA hat ein Video erstellt, das den Zusammenhang zwischen den Vorgängen auf der Sonne und den Vorgängen auf der Erde erstellt und visualisiert, wie die Energie der Sonne das Klima auf der Erde antreibt.

(via Diax’s Rake)

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February 08 2014

Mendelejews perfekte Ordnung [Astrodicticum Simplex]

Heute vor 180 Jahren wurde Dmitri Iwanowitsch Mendelejew geboren. Er hat das Periodensystem der Elemente geschaffen und das ist eine wirklich großartige Errungenschaft. Es demonstriert wunderbar die beiden fundamentalen Fähigkeiten der Wissenschaft: Die Natur so beschreiben zu können, dass man sie danach besser versteht als zuvor und aus dieser Beschreibung heraus Vorhersagen treffen zu können. Ich bin ja selbst nicht unbedingt ein Ordnungsfanatiker (allerdings auch definitiv kein Messie o.Ä.) und in meiner Wohnung ist auch nicht immer alles perfekt aufgeräumt und geordnet. Aber was die Wissenschaft betrifft bin ich ein sehr großer Fan von Katalogen, Klassifizierungen, Gruppen und Ordnungsversuchen. Denn auch wenn das ein bisschen langweilig klingen mag, ist es doch das, was die Wissenschaft eigentlich ausmacht und das, auf dem der ganze Rest der Wissenschaft basiert (siehe zum Beispiel hier). Das Periodensystem der Elemente demonstriert das besser als jedes andere Beispiel. Nicht nur war man damit in der Lage, die Natur der einzelnen Elemente und ihr Verhalten besser zu verstehen als zuvor. Man konnte auch die Existenz noch nicht entdeckter Elemente und ihrer Eigenschaft vorhersagen. Es ist ein perfektes Beispiel für die perfekte wissenschaftliche Ordnung!

Alles Gute zum Geburtstag, Dmitri Iwanowitsch!

(P.S. Das Video hat deutsche Untertitel, die ihr aktivieren könnt)

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February 03 2014

Video: Atmosphären von braunen Zwergen und extrasolaren Planeten [Astrodicticum Simplex]

Heute Mittag habe ich über die erste Oberflächenkarte die von einem braunen Zwerg erstellt wurde berichtet. Wer noch ein bisschen mehr und vor allem detailliertere Informationen über die Atmosphären von Exoplaneten und braunen Zwergen haben möchte, dem kann ich dieses Video empfehlen. Es handelt sich um einen Vortrag von Mark Marley beim SETI-Institut mit dem Titel “Don’t Rain on my Planet: The Importance of Clouds and Hazes for Understanding Exoplanets and Brown Dwarfs”. Er ist etwas technisch, also für Laien vielleicht schwer zu verstehen. (Und ja, ich weiß, es handelt sich um einen Vortrag auf englisch und in letzter Zeit beschwert sich immer irgendwo jemand, wenn ich englische Videos verlinke. Aber es gibt halt keine brauchbaren Wissenschaftsvideos auf deutsch bzw. nur sehr wenig und nicht zu jedem Thema. Wer bei YouTube nach “Brauner Zwerg” sucht, findet dort nur jede Menge illegal kopierte Fernsehsendungen und noch mehr Unsinnsvideos irgendwelcher Verschwörungstheoretiker).

February 02 2014

Impfen ohne Nadelstich. Das “Nanopatch” macht es möglich. [Chevoja]

Viele lassen sich nicht Impfen, weil sie den Einstich der Spritze vermeiden wollen oder sogar an einer Spritzenangst leiden. Somit werden sich viele über das neue “Nanopatch” eines australischen Forscherteams freuen. Diese schmerzfreie Methode verwendet einen trockenen mikrostrukturierten “Stempel”, der den Impfstoff sogar effizienter wirken lassen kann.

Zwei Dinge vorweg:
- Es handelt sich nicht um ein weiterentwickeltes Medikamentenpflaster.
- Auch wenn es “Nanopatch” heißt, ist da dennoch kein nano drin. Die verwendeten Strukturen sind im Mikrometerbereich.

Seit einigen Jahren arbeitet die Gruppe um Prof. Mark Kendall an mikrostrukturierten Oberflächen, mit denen es möglich wird, Impfstoffe so in die Hautschichten zu injizieren, dass sie die Abwehrmechanismen des Körpers optimal aktivieren, ohne dass die Haut durchstochen werden muss.
Damit wird keine Spritze mehr benötigt, der Preis pro Impfung wird geringer und da der Wirkstoff trocken ist, wird die Haltbarkeit vervielfacht.

Kendall hat seinen Fortschritt vor einigen Tagen bei TED vorgestellt:

Ich finde die Vorstellung überaus überzeugend. Momentan laufen die klinischen Tests an, sodass wohl in knapp fünf Jahren mit der Marktreife gerechnet werden kann. Auch müssen die Tests zeigen, welche Impfstoffe für die Methode geeignet sind.
Ich möchte noch einmal einen technischen Blick auf die Nanopatches werfen.

Günstige Herstellung

Die Grundlage der Nanopatches sind Silizium-Scheiben (Wafer), wie sie in Halbleiterindustrie in großer Stückzahl verwendet werden. Auch die Strukturierung der Wafer erfolgt mit dem industriell wohlbekannten Plasmaätzverfahren [6]. Somit bestehen die Nanopatches aus reinem Silizium und ließen sich sehr günstig und in großer Stückzahl herstellen. Auf dem Bild ist ein strukturierter Wafer zu sehen; das Blaue ist eine Klebefolie, die die zugesägten Teile an Ort und Stelle hält
(falls Interesse besteht, kann ich als Insider gerne einen Einblick in die Waferverarbeitung geben ;-) ).

Schmerzfreies Impfen

Auf diese kleinen Siliziumstücke wird der Wirkstoff aufgebracht und wartet trocken auf seinen Einsatz. Die vielen Nadeln sehen wahrscheinlich für jemanden, der keine Spritzen sehen kann, auch nicht “freundlicher” aus, aber die Spitzen sind nur knapp einen zehntel Millimeter hoch. nanopatch

Das Nanopatch dringt nicht soweit ein, als dass man einen Stich spüren würde, aber tief genug, dass der Wirkstoff in die Dermis eingebracht werden kann. Wie im Video oben bereits beschrieben sitzen dort genügend T-Zellen, die auf den Impfstoff reagieren können. Dabei sind die einzelnen Spitzen so hart, dass ein Abbrechen im weichen Gewebe ausgeschlossen ist. Hier nochmal das Falschfarbenbild aus dem Video, auf dem man sieht, wie eine Spitze (grün) in die Hautschichten eindringt.

 

Nach dem Einsatz?

Da die Nanopatches aus Silizium bestehen, ist die Entsorgung kein Problem.
Denn wenn man Silizium zerbröselt bekommt man … Sand.

 

 Technisch gesehen sind Nanopatches kein Problem. ich bin gespannt, was daraus wird.
Vielleicht lassen hiermit mehr Leute impfen. 

 

—–

weiterführende Links:

  1. Link zur TED-Seite mit dem vollständigen Vortragstext
  2. The University of Queensland: Medical diagnostic testing based on needle-free devices applied to the skin
  3. The University of Queensland: Merck partnership accelerates needle-free vaccine delivery
  4. Literatur: Untersuchung zur Langzeitstabilität des Wirkstoffes (Open Access)
  5. Literatur: Designoptimierung der Oberflächenstrukturen
  6. Literatur: Herstellungsprozess der Strukturen [PDF]
  7. Video: msnbc Fernsehbeitrag

 

 

February 01 2014

Video: Was können wir von traditionellen Gesellschaften lernen? [Astrodicticum Simplex]

Im Blog wird gerade heftig über die Arbeit des Evolutionsbiologen Jared Diamond diskutiert und eines seiner Bücher steht auch im Blog-Buchclub zur Auswahl. Es lohnt sich also, mal zuzuhören was der Mann so zu sagen hat.
In der Royal Institution hat Diamond im Oktober 2013 einen langen Vortrag gehalten und das Video dazu kann man sich nun ansehen:

Ozeanversauerung: Das andere Kohlendioxid-Problem und Darwinistische Aussichten [Chevoja]

Jeder, der sich eine Flasche Mineralwasser (Cola, Softdrink …) aufmacht, kennt das Zischen, wenn die Kohlensäure aus dem Wasser perlt und als Kohlendioxid die Flasche verlässt. Den umgekehrten Effekt muten wir unseren Ozeanen durch die anhaltenden Kohlendioxid-Emissionen zu.

Veränderung des CO2-Budgets. [1]

Ein Viertel des ausgestoßenen Kohlendioxids wird von den Meeren aufgenommen und zum Teil zu Kohlensäure umgewandelt. Das reicht zwar nicht aus, um die Ozeane blubbern zu lassen, aber der veränderte pH-Wert wird in den Weltmeeren messbar.
Die Ozeanversauerung könnte in diesem Jahrhundert um bis zu 170 Prozent ansteigen [1]. Das ist der Schluss des COP19-Treffens in Warschau vom November 2013. Damit kommt dieses in der Öffentlichkeit bislang eher unbekannte Problem zu den großen Themen des Klimawandels hinzu.
Die Frage wird sein: Was passiert durch die Ozeanversauerung?

 

Das GEOMAR geht den Veränderungen in den Ozeanen nach

Prof. Dr. Latif

Mein Beitrag heute ist sehr GEOMAR-lastig. Wer das Institut nicht kennt, kann sich hier einen Eindruck machen. Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel ist eine der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Meeresforschung in Europa. Es taucht häufig in den Medien auf, wenn es um Meeres- oder Wetterthemen geht. Besonders der Meteorologe Prof. Latif wird als Experte gern zitiert. Auch die Liste der internationalen Kooperationen ist beachtlich; besonders der Exzellenzcluster “Ozean der Zukunft”  ist dabei zu nennen.
Das GEOMAR ist somit die Quelle, um der Frage auf den Grund zu gehen.

 

Wie weit ist die Forschung?

Dass eine säuerlichere Umgebung einen Effekt hat, zeigt dieses Video, bei dem man den Wissenschaftlern bei ihrer Arbeit auch einmal über die Schulter schauen kann.

Auch wenn ich mich hier hauptsächlich darauf beziehe, dass der zu niedrige pH-Wert Organismen stört, Kalkstrukturen aufzubauen, könnte das Ökosystem auf mehreren Ebenen massiv gestört werden: Lebensraum, Nahrungskette, zum Teil auch die Nahrungsumwandlung [8] kann gestört werden. Es kann noch nicht abgeschätzt werden, wie die verschiedenen Arten – selbst Fische – auf die Veränderungen reagieren werden.
Die Veränderung ist glücklicherweise bislang noch sehr gering, aber auf dem Diagramm ist die Tendenz dennoch erkennbar.

Atmospherisches CO2 in ppm (parts per million) und pH-Wert des Ozean-Oberflächenwassers im zeitlichen Verlauf. Aufnahmeort: Station Aloha, Hawaii, North Pacific [3].

Wenn die weltweiten Emissionen in den nächsten Jahrzehnten weiter zunehmen, wird die Veränderung entsprechend stärker. Aber wie sie sich auswirken wird, kann noch niemand absehen – dafür wissen wir zu wenig über die Ozeane. Das folgende kurze Video zeigt die Sorgen um die Kaltwasserkorallen [4]
(Warum grad diese? Korallen bilden ein sehr empfindliches Ökosystem und die Kohlendioxidanreicherung ist in kaltem Wasser höher als in warmen).

 

Darwin nicht vergessen!

Es könnte aber auch anders kommen, wie eine aktuelle Pressemitteilung des GEOMAR [2] berichtet. Der Titel sagt eigentlich schon alles: Darwin nicht vergessen! Evolutionäre Anpassung könnte die Reaktionen verschiedener Meereslebewesen auf Ozeanversauerung verändern.

Es gibt keinen Zweifel an der Versauerung, diese ist an den effektiven, globalen Kohlendioxidausstoß gekoppelt, aber die Hoffnung ist, dass sich ein großer Teil der Arten anpassen werden, wobei aber “Anpassung” in diesem Zusammenhang nur die halbe Wahrheit ist. Die andere Hälfte ist “Akklimatisierung”, wie in der Mitteilung aus der Evolutionsbiologie zu lesen ist:

Um in einer neuen Umgebung zu überleben, können sich Tiere und Pflanzen akklimatisieren oder anpassen. „Akklimatisierung“ bezeichnet Veränderungen in Physiologie, Morphologie oder Verhalten, die nicht in den genetischen Code eingehen.
„Anpassung“ umfasst vererbbare genetische Modifikationen, die die Chance der Nachkommen erhöhen, neue Lebensumstände zu verkraften.

Emiliania huxleyi-Zellen [2]

Das internationale Team geht der Frage nach, wie die Organismen auf die Veränderungen reagieren werden [7]. Der Ansatz ist, dass Experimente und Untersuchungen – wie sie im ersten Video zu sehen waren – mehrere Generationen der Organismen übergreifen müssen. Nur durch solche Evolutionsexperimente könne eingeschätzt werden, ob evolutionäre Reaktionen stattfinden. Das geht natürlich nur mit Arten, die sich relativ schnell vermehren (auf dem Bild rechts seht ihr eine Elektronenmikroskop-Aufnahme einer Kalkalge, die für erste Untersuchungen sehr gut geeignet ist). “Eines der auffälligsten Ergebnisse aus den Laborversuchen war, dass kalkbildende Algen, deren Wachstum und Karbonat-Produktion zunächst unter Ozeanversauerung leidet, ihre Funktionen via Evolution teilweise wieder herstellen können.”

“Die Studie fasst neueste Erkenntnisse zusammen, nach denen eine große genetische Variation für die Toleranz eines zukünftigen Säuregehalts existiert und dass sich viele Fische und wirbellose Tierarten durch natürliche Selektion anpassen können. In Zukunft könnten weitere systematische Untersuchungen zeigen, welche Arten sich am schnellsten anpassen können und ob dies schnell genug funktioniert, um eine Art vor dem Aussterben zu bewahren.”

Aber selbst wenn eine Art die Veränderungen übersteht, könnten Wachstum, Fortpflanzung oder Lebensdauer dennoch leiden. An der Anpassung führt wohl kein Weg vorbei, da eine Akklimatisierung bei den erwarteten Veränderungen nicht ausreichen wird. Sicher ist auch, dass je schneller die Veränderungen passieren desto schwieriger wird es für die meisten Arten.
Die Forscher haben also noch viele Arten und viel Art vor sich, um passende Prognosen zu entwickeln.

 

Ein überaus spannendes Thema.
Der Klimawandel betrifft halt alle – oder besser: trifft alles.

 

 

——-

Weiterführende Links und Quellen:

[1] GEOMAR: Ozeanversauerung: Das andere Kohlendioxid-Problem
[2] GEOMAR: Darwin nicht vergessen!
[3]  IGBP (International Geospere-Biospere Programme): Ocean Acidification Summary for Policymakers 2013
[4] GEOMAR Youtube Kanal
[5] BIOACID - Biological Impacts of Ocean ACIDification
[6] EPOCA - European Project on Ocean Acidification
[7] Sunday JM et al. (2014). Evolution in an acidifying ocean Trends in Ecology & Evolution, 29 (2), 117-125 DOI: 10.1016/j.tree.2013.11.001
[8] GEOMAR: Ozeanversauerung: Schwer zu verdauen

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January 29 2014

Wie schnell bewegen wir uns durch das Weltall? [Astrodicticum Simplex]

Wie schnell bewegen wir uns gerade? Ich sitze vor meinem Computer und bewege mich nicht. Aber mein Schreibtischsessel bewegt sich mitsamt meiner Wohnung und ganz Jena jeden Tag einmal um die Erdachse herum, was ungefähr einer Strecke von 25.000 Kilometern entspricht (am Äquator wären es 40.000 Kilometer und um so weniger je näher man den Polen kommt). Das sind immerhin mehr als 1000 km/h! Und natürlich bewegt sich die Erde auch um die Sonne und zwar mit knapp 30 Kilometern pro Sekunde. Und die Sonne selbst saust mit 220 km/s um das Zentrum der Milchstraße. Und auch die Milchstraße steht natürlich nicht still…

Es ist nicht einfach zu sagen, wie schnell man sich bewegt, denn Geschwindigkeit ist nur eine relative Größe. Man muss immer wissen in Bezug auf was man sich bewegt oder nicht bewegt. Das nennt sich “Relativität” und wird in diesem Video schön animiert dargestellt:

Nettes Video. Aber ich würde mir wünschen, dass die Amerikaner langsam mal mit diesem ganzen Meilen-Quatsch aufhören. Zumindest wenn es um Wissenschaft geht, sollten die Verwendung von SI-Einheiten selbstverständlich sein…

January 25 2014

Alles Gute! Opportunity wird 10 Jahre alt! [Astrodicticum Simplex]

Genau heute vor 10 Jahren ist der Rover Opportunity auf dem Mars gelandet. Die geplante Missionsdauer betrug damals 90 Tage. Für diese Zeit trauten sich die Ingenieure der NASA einen reibungslosen Betrieb des Rovers zu garantieren. Mittlerweile rollt Opportunity aber schon seit 10 Jahren über den Mars, hat dabei knapp 40 Kilometer zurück gelegt, also mehr als jeder andere Rover auf dem Mars und macht auch heute noch tolle Entdeckungen.

Und die Panoramabilder die uns Opportunity regelmäßig von unserem Nachbarplaneten schickt, sind einfach atemberaubend:

Bild: NASA/JPL-Caltech/Cornell/Arizona State Univ., public domain

Bild: NASA/JPL-Caltech/Cornell/Arizona State Univ., public domain

Bild: NASA/JPL/Cornell, public domain

Bild: NASA/JPL/Cornell, public domain

Bild: NASA/JPL-Caltech/USGS/Cornell University, public domain

Bild: NASA/JPL-Caltech/USGS/Cornell University, public domain

Bild: NASA/JPL-Caltech/Cornell, public domain

Bild: NASA/JPL-Caltech/Cornell, public domain

Bild: NASA/JPL-Caltech/Cornell/ASU, public domain

Bild: NASA/JPL-Caltech/Cornell/ASU, public domain

Hoffen wir, dass der kleine Rover noch viele aktive Jahre vor sich hat. Alles Gute, Opportunity!

January 23 2014

Das Problem mit Facebook [Astrodicticum Simplex]

Seit 2010 hat mein Blog auch eine eigene Facebook-Seite. Ich nutze das Potential dieser Seite sicherlich nicht so stark aus, wie es möglich wäre. Ich habe sie damals hauptsächlich deswegen eingerichtet, um erst mal nur zu schauen, was man mit Facebook überhaupt anstellen kann. Ich habe die Seite für die Leute eingerichtet, die Facebook als “Nachrichten”quelle nutzen und mit RSS-Feeds u.ä. nicht klar kommen. Bei Facebook ist ja mittlerweile schon fast jeder und vor allem auch Leute, die sonst eher wenig im Internet zu tun haben. Die Astrodicticum-Simplex-Facebookseite ist verlinkt daher alle Blog-Artikel um sie auch von Facebook aus sichtbar zu machen. Und ab und zu gibt es auch “exklusiven” Content, den ich direkt und ausschließlich auf der Facebookseite veröffentliche. Bis jetzt hat das eigentlich ganz gut funktioniert. Meine Seite hat derzeit knapp 3600 Likes, was nicht dramatisch viel ist aber angesichts des Themas auch nicht unbedingt wenig.

Mit Facebook ist man zumindest prinzipiell in der Lage, Informationen (und natürlich auch jeden beliebigen Unsinn) sehr schnell sehr weit zu verbreiten. Und ich habe den Einfluss durchaus in den Zugriffszahlen im Blog gemerkt. Aber Facebook hat sich verändert. Facebook gehört mittlerweile zu den einflussreichsten Seiten des Internets und zu den Communities mit den höchsten Mitgliederzahlen. Mit Facebook kann man jede Menge Dinge machen. Und Facebook ist kostenlos. Und wir all die Leistungen von Facebook kostenlos bekommen, dann folgt daraus natürlich, dass wir nicht die Kunden von Facebook sein können. Wir sind das Produkt mit dem Facebook sein Geld verdient.

Das ist keine sonderlich neue Erkenntnis – aber es wird langsam zum Problem. Vor ein paar Wochen hat Facebook wieder mal an seinem Filter-Algorithmus herum geschraubt. Denn man bekommt ja schon lange nicht mehr alle Nachrichten all seiner Freunde und all der Seiten denen man folgt zu sehen. Man bekommt das zu sehen, was Facebook für ausreichend relevant hält. Und es gibt zwei Möglichkeiten, wie man Relevanz erzeugen kann. Wenn ich eine Nachricht bei Facebook veröffentliche, dann kann ich entweder hoffen, dass möglichst viele Leute sie kommentieren, auf “Gefällt mir” klicken und sie weiterleiten. Dann wird der Algorithmus sie als relevant einstufen und sie mehr Leuten anzeigen. Oder aber man bezahlt. Man kann sich bei Facebook für seine Nachrichten die Aufmerksamkeit auch einfach kaufen. Je mehr man zahlt, desto mehr Leute werden die Nachricht sehen.

Auch das ist nicht neu und war schon früher so. Das hat ja auch zu den immer absurder werdenden Postings verschiedenster Firmen geführt, die einzig und allein darauf ausgelegt waren, Kommentare zu generieren. Da fragt dann zum Beispiel eine Fastfood-Kette “Hey! Zuerst den Burger essen oder zuerst die Pommes? Klickt auf “Gefällt mir”, wenn ihr die Pommes zuerst esst und teilt den Beitrag, wenn ihr den Burger zuerst esst”. Oder es gibt absurde Gewinnspiele der Form “Wer bei diesem Beitrag den letzten Kommentar schreibt, gewinnt ein iPhone!”. All das dient nur dazu, möglichst viel Aktivität zu generieren damit man im Aufmerksamkeitsalgorithmus von Facebook nach oben rutscht. (Ich hab vor kurzem einen schönen Artikel zu diesem Thema gelesen; mit noch mehr absurden Beispielen – aber mir fällt beim besten Willen nicht mehr ein, wo das war…)

Facebook richtet sich auch immer stärker nach Bildern aus. Wenn ich eine neue Nachricht schreibe, dann brauche ich das ohne zugehöriges Bild gar nicht mehr versuchen. Reiner Text wird gerade noch einer Handvoll Leute angezeigt. Früher war das noch anders; mittlerweile ist dieses Phänomen mehr als deutlich. In dieser Statistik meiner letzten Facebook-Beiträge ist der Unterschied zwischen Text und Text mit Bildern mehr als deutlich zu sehen!

facebook

Früher waren die Reichweite bei meinen Facebook-Beiträgen im Allgemeinen immer vierstellig. Es wurden zwar selten die vollen ~3500 Leute erreicht, die meiner Seite folgen aber um die 1500 waren es meistens und auch die reinen Textbeiträge haben noch ein paar hundert Leute erreicht. Jetzt sind es ~10 Leute bei Textbeiträgen und um die ~500 Leute bei Text mit Bildern (die beiden im Bild angezeigten Beiträge sind erfreuliche Ausnahmen – so hohe Zahlen hab ich mittlerweile höchstens ein bis zwei Mal pro Monat). Denn vor einiger Zeit hat Facebook nochmal kräftig am Algorithmus gedreht. Bezahlte Beiträge werden nun noch stärker bevorzugt als früher. Die “organische Reichweite” (also das, was man ohne Bezahlung erreichen kann) wird immer weiter sinken und wenn man Leute erreichen will, dann muss man dafür bezahlen.

Ich komme ja eigentlich nur deswegen auf dieses Thema, weil ich gerade ein Video von Veritasium gesehen habe, der genau die gleichen Erfahrungen gemacht hat wie ich und das Problem darin sehr gut beschreibt:

Ich bin nicht bereit, dafür zu bezahlen, dass meine Beiträge angezeigt werden. Mir ist zwar klar, dass man im Internet nichts umsonst bekommt und das man entweder mit Geld bezahlt – oder eben wie bei Facebook mit seinen Daten oder seinen Klicks. Aber wenn Facebook wirklich zu einer reinen Werbeplattform verkommt, in der nur noch das sichtbar ist, was Firmen mit ihrem Geld sichtbar gemacht haben, dann wird sich das Problem vermutlich sowieso bald lösen und Facebook langsam aber sicher verschwinden. Oder auch nicht; vielleicht stört es die Leute ja auch nicht so sehr wie ich annehmen…

Vorerst werde ich meine Facebook-Seite weiter führen und auf die Zugriffszahlen achten. Wenn die organische Reichweite weiterhin so stark reduziert wird, dann werde ich das aber wohl irgendwann bleiben lassen…

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January 20 2014

Video: Wozu braucht man eigentlich den Logarithmus? [Astrodicticum Simplex]

Derzeit warten wir ja alle darauf dass sich die Raumsonde Rosetta wieder auf der Erde meldet. Die Wartezeit könnten wir nützen, um ein bisschen was über Logarithmen zu lernen. “log” ist nämlich nicht nur ne komische Taste am Taschenrechner die man ab und zu mal drücken muss, sondern ein sehr nützliches und mathematisches Konzept. Und wer könnte mathematische Konzepte besser erklären als Vi Hart:

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January 19 2014

#WakeUpRosetta: Es waren einmal drei Planeten… [Astrodicticum Simplex]

Ich habe am Montag schon kurz darüber gesprochen, dass die Raumsonde Rosetta morgen geweckt wird. Seit mehr als 2 Jahren befindet sie sich in Hibernation und im November soll sie den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko erreichen und die Landeeinheit Philae absetzen. Wenn alles klappt wird es eine großartige Mission werden und wir werden enorm viel über Kometen, die Entstehung von Planeten und die Entstehung des Lebens auf der Erde lernen (morgen um 8:30 erscheint hier im Blog ein ausführlicher Artikel zu all diesen Themen). Aber dazu muss Rosetta erst einmal aufwachen. Zur moralischen Unterstützung hat die Europäische Raumfahrtagentur ESA den Wettbewerb “Wake Up, Rosetta!” ins Leben gerufen. Jeder und Jede ist aufgerufen, ein kleines Video zu drehen, um damit Rosetta einen Weckruf zu senden. Über die Videos wird abgestimmt und die besten Beiträge gewinnen einen Besuch beim Satellitenkontrollzentrum der ESA in Darmstadt im November, wenn dann Philae hoffentlich am Kometen landet.

wakeuprosetta-facebook-cover-02

Ich habe heute Nachmittag ein bisschen mit meinem Fotoapparat herum gespielt und auch ein kleines Video gebastelt. Es geht um drei Planeten, die ein paar Fragen haben:

Ich mache mir keine Hoffnungen, dass es gut genug ist, um einen Preis zu gewinnen; es war nur eine kleine Spielerei. Aber falls ihr doch dafür abstimmen wollt, könnt ihr das hier tun. Aber natürlich ist es noch besser, wenn ihr selbst einen Beitrag einreicht. Bis morgen (20.01.2014) um 18:30 ist das noch möglich – und abgestimmt werden kann bis 24.01.2014.

Und schaut morgen früh auf jeden Fall nochmal ins Blog und lest den ausführlichen Artikel über die Rosetta-Mission!

January 17 2014

Akustische Detektivgeschichten [Hinterm Mond gleich links]

Letztens bin ich beim Radio hören in Belgien über folgende kleine feine Webseite gestoßen: Originals.be (1) Dieses Projekt versucht eine Art Popgenealogie zu verfassen. Die prominenten Beispiele, die dann auch im Radio NL1 gespielt wurden, ließen mich jedenfalls aufhorchen und ich werde so einige Hits nicht mehr mit den gleichen ‘Ohren’ hören können.

Die Muppet show

Wenn mensch z.B. diesen deutschen Schlager spielt und

es dann damit vergleicht,

dann gibt es doch eine frappierende Ähnlichkeit. Es gibt aber eine noch frühere Version eines ganz ähnlichen Musik-Themas.

Ich vermute allerdings, dass auch das nicht unbedingt die ‘originalste’ Version sein wird. Wenn ich mein altes Schulwissen hervorkrame, dann scheinen mir alle drei Stücke im Ragtime verwurzelt zu sein.

Diese Fälle zeigen allerdings, dass die Grenze zwischen Plagiat, Hommage und Inspiration fließend ist. Gerade bei Musik ist es unmöglich, völlig unbeeinflusst gänzlich neue Werke zu schaffen. Wie soll mensch auch sicherstellen, dass ein Lied, das mensch als Kind gehört und inzwischen vergessen hat, einen nicht unbewusst inspiriert?

Selbst in der Wissenschaft ist es nicht immer ganz so einfach zu erkennen, wer ‘zuerst’ auf eine revolutionäre Idee kam. Auch hier arbeiten wir nicht im luftleeren Raum, sondern bauen auf früheren Arbeiten auf. So wurde die Integralrechnung unabhängig voneinander von Newton und Leibniz erfunden, was dann bekanntlich zu dem berüchtigt-berüchtigten Prioritätsstreit führte, der auch recht anschaulich vor Augen führt, dass intelligentere Menschen nicht zwangsläufig bessere Menschen sind, sondern genauso verbohrt, eifersüchtig und kindisch sein können wie…normale Menschen eben ;-)

Pulp Fiction

Während mensch sich wohl weiter oben noch streiten kann, ob die Stücke wirklich so ähnlich sind, ist der Fall für den Song aus dem Film ‘Pulp Fiction’ sehr eindeutig, schließlich verweist bereits der Titel ‘Misirlou’ auch recht eindeutig auf die ursprünglich griechische Quelle:

 

Hier eine frühere Version aus dem Jahr 1927(!)  im Rembetiko-Stil: Das ägyptische Mädchen:

 

Der ‘deutsche’ Schlager aus Polynesien

Beim folgendem Beispiel hat es mir dann die Schuhe ausgezogen: Ein polynesisches  Volkslied, das dann von einem deutschen Produzenten zu einem sehr bekannten Schlager verwurstelt wurde:

Ich glaub es ist jedem klar, welcher Schlager gemeint ist ;-)

Interessantes Thema, auch wenn der letzte Fall für mich einen schalen Beigeschmack von Kultur-Kolonialismus hat. Allerdings weist die Wikipedia-Seite auf die Herkunft hin und dass Tony Marshall die Ehrenbürgerschaft Bora Boras bekommen hat, weil er angeblich ‘polynesisches Liedgut’ bekannt gemacht hat, u.a. mit dem Hit ‘Bora Bora’ (2). Auch wenn bei ‘Schöne Maid’ die Herkunft aus der polynesischen Kultur erstmal nicht so erkennbar ist, so ergibt eine kurze Suche auf Youtube, dass es auch kein großes Geheimnis ist und dieser Beitrag macht es zusätzlich sichtbar.

Ich schreibe übrigens ‘polynesich’, weil es über das Internet nicht so einfach zu eruieren ist, woher das Lied genau stammt. Auf Wiki und auf Youtube wird Tahiti genannt und bei ‘Originals‘ wird eine Aufnahme aus den 30ern von Maoris auf Neusseland angegeben. Zumindest ein Kommentator auf Youtube merkte auch an, dass der Liedtext Maori sei.

Jedenfalls hab ich mir die “Originals” gebookmarkt und bin mal gespannt, was ich sonst noch entdecken werde.

———————–

(1) Keine Sorge, die Seite gibt es auch auf Englisch.

(2) Ich denke, ich lehne mich nicht zu sehr aus dem Fenster, wenn ich anmerke, dass bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Hintergedanke “Tourismus” eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben dürfte.

January 14 2014

Die Zukunft und die Vergangenheit von Allem [Astrodicticum Simplex]

Vergangenheit gibt es jede Menge. Gewaltige 13,8 Milliarden Jahre an Vergangenheit haben sich bis heute angehäuft. Aber von der Zukunft gibt es noch viel mehr! Richtig vorstellen kann man sich solche Zeiträume natürlich nicht. Aber man kann sie zumindest schön visualisieren. Das hat Philipp von “Kurzgesagt” getan und dieses tolle Video gebastelt (von dem irgendwann vermutlich auch mal ne deutsche Version erscheinen wird):

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